Stadträtin
Gabriele Bannier
Mainz, 16.10.2007
Offener Brief
An den Vorstand des
1. FSV Mainz 05
Verhältnis von Vereinsvertretern des FSV Mainz 05 zum grundgesetzlich garantierten Versammlungsrecht und zur Kooperation mit gewaltbereiten Chaoten.
Sehr geehrte Herren des Vorstandes des 1. FSV Mainz 05,
mit Erschrecken mussten ich und andere Sympathisanten der „05er“ feststellen, dass Ihr Vereinsvorsitzender, Harald Strutz, hinter dem Emblem des FSV Mainz 05 und als Repräsentant Ihres Vereins an der Demonstration gegen den Europa-Kongress der Partei Die Republikaner in der Rheingoldhalle teilgenommen hat.
Bei dieser Demo sind ebenfalls gewaltbereite Linksextremisten der Autonomen Szene und vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestufte Gruppen, darunter die Linkspartei-PDS-SED, mitmarschiert.
Herr Strutz hat damit den Sportverein FSV Mainz 05 politisch instrumentalisiert, indem er zusammen mit linken Chaoten gegen das grundgesetzlich garantierte Versammlungsrecht einer demokratischen Partei demonstriert hat. Hunderte Polizeibeamte, darunter auch meine Person, mussten ihre Gesundheit riskieren und friedliche Bürger vor dem gewaltbereiten linken Mob schützen.
Ihr Stadionsprecher und CDU-Stadtrat, Klaus Hafner, sah sich vor dem vergangenen Heimspiel des FSV gegen Erzgebirge Aue veranlasst, in einer Stadiondurchsage gegen den Kongress der Republikaner Stimmung zu machen, und den Fans für ihre Demoteilnahme gegen das verfassungsgemäße Versammlungsrecht (!) zu danken. Die Empörung zahlreicher Stadionbesucher über die politische Hetze eines Herrn Hafner war entsprechend groß.
Zur Ihrer Information: Der Partei Die Republikaner wurde erst jüngst durch den Verfassungsschutz des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundes bescheinigt, keine „rechtsextremistische“ Partei zu sein. Wir Republikaner lehnen Rassismus, Gewalt und Extremismus entschieden ab, und lassen uns von Vereinsvertretern des FSV Mainz 05 nicht in diese Ecke stellen und diffamieren. Oder maßt sich ein Sportverein an, politische Etikettierungen vorzunehmen, die nur dem Bundesverfassungsgericht zustehen?
Diese einseitige Positionierung einzelner Vereinsvertreter gegen eine bestimmte demokratisch gewählte Stadtratspartei (5000 Mainzerinnen und Mainzer haben uns Republikaner in den Stadtrat gewählt), und die Instrumentalisierung des FSV Mainz 05 für eigene parteipolitische Interessen der Herren Strutz und Hafner sind für einen Fußballverein sehr schädlich und unwürdig. Ein Sportverein sollte auf seine Neutralität bedacht sein.
Insbesondere vor dem Hintergrund, dass zahlreiche langjährige Fans, Dauerkarteninhaber und auch VIP-Club-Mitglieder Unterstützer und Parteimitglieder der Republikaner sind, stellt die beabsichtigte Ausgrenzung und Stigmatisierung weiter Teile der 05-Anhängerschaft einen Skandal dar, und erinnert an dunkelste Zeiten deutscher Geschichte.
Ich darf Sie außerdem daran erinnern, dass nur durch die Stimmen der Republikaner- Stadtratsfraktion in der Dezember-Sitzung des Mainzer Stadtrates im Jahre 2006 eine knappe Mehrheit für den Stadionneubau am Europakreisel sichergestellt wurde. SPD und Grüne votierten damals gegen diese Standortentscheidung!
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Gabriele Bannier
Stadträtin und Fraktionsvorsitzende Die Republikaner im Stadtrat
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